Ab 2026 treten in Deutschland neue Vorschriften zur Besteuerung von Kryptowährungen in Kraft, die durch die EU-Richtlinie DAC 8 eingeführt werden. Diese Regelungen verpflichten Krypto-Dienstleister dazu, Transaktionsdaten von Nutzern zu sammeln und an die Steuerbehörden zu melden, um Steuerhinterziehung im Krypto-Markt effektiver zu bekämpfen. Dies markiert einen bedeutenden Wandel für Halter von Bitcoin und anderen digitalen Vermögenswerten.
Wichtige Neuerung
- Krypto-Dienstleister müssen ab 2026 Transaktionsdaten sammeln.
- Diese Daten werden ab 2027 an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) übermittelt.
- Ziel ist die Bekämpfung von Steuerhinterziehung im Krypto-Handel.
Was sich für Krypto-Nutzer ändert
Die DAC 8-Richtlinie, die bereits 2023 in der EU verabschiedet wurde und ab dem 1. Januar 2026 Anwendung findet, basiert auf dem CARF-Standard der OECD. Sie zielt darauf ab, den automatischen Austausch steuerlich relevanter Informationen über Krypto-Transaktionen zwischen Staaten zu regeln. Die Umsetzung in deutsches Recht erfolgte im November 2023.
Krypto-Dienstleister, wie Börsen und Wallet-Anbieter, werden ab 2026 verpflichtet, Identifikationsdaten von Kunden sowie aggregierte Informationen über Transaktionen wie Käufe, Verkäufe, Swaps und Ein- und Auszahlungen von Kryptowährungen zu erfassen. Diese Daten müssen spätestens bis zum 31. Juli des Folgejahres an das BZSt gemeldet werden. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.
Die Behörden erhoffen sich durch diesen automatisierten Informationsaustausch eine leichtere Aufdeckung und Bekämpfung von Steuerhinterziehung, insbesondere wenn Nutzer ausländische Dienstleister in Anspruch nehmen. Krypto-Dienstleister müssen zudem Selbstauskünfte von Nutzern einholen und können bei Nichtkooperation Konten einfrieren oder Transaktionen sperren.
Steuerliche Aspekte und Haltedauer
Für Krypto-Nutzer bedeutet dies, dass sie ab 2027 mit einer Meldung ihrer Transaktionen an die Steuerbehörden rechnen müssen. Wer also im Jahr 2026 steuerlich relevante Transaktionen tätigt und Gewinne nicht korrekt versteuert, könnte ab 2027 ernsthafte Probleme bekommen. Es wird daher unerlässlich, einen genauen Überblick über alle Krypto-Transaktionen zu behalten und diese sorgfältig zu dokumentieren.
Im Gegensatz zu Aktienerträgen, bei denen die Kapitalertragsteuer automatisch abgeführt wird, müssen Krypto-Gewinne mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz versteuert werden, sofern sie eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr überschreiten. Eine gute Nachricht für langfristige Investoren ist jedoch, dass Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen in Deutschland nach wie vor nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr steuerfrei sind. Dennoch ist eine lückenlose Dokumentation aller Transaktionen ratsam, um auf mögliche Nachfragen der Finanzbehörden vorbereitet zu sein.
Quellen
- Was sich durch DAC 8 ab 2026 für Bitcoin-Halter ändert, Blocktrainer.