Im Internet kursieren derzeit neue Spekulationen zur Identität des legendären Bitcoin-Erfinders Satoshi Nakamoto. Nach jüngsten Veröffentlichungen der sogenannten „Epstein Files“ behaupten Stimmen in sozialen Netzwerken, der verstorbene Jeffrey Epstein sei der wahre Schöpfer der Kryptowährung – eine These, die jedoch bei näherer Betrachtung kaum haltbar ist.
Wichtigste Erkenntnisse
- Die Theorie, Epstein sei Bitcoin-Erfinder, basiert auf spekulativen, nicht belegbaren Zusammenhängen.
- Verbindungspunkte zu Bitcoin-Entwicklern sind indirekt und entstanden erst nach Veröffentlichung des Bitcoin-Whitepapers.
- Die Vorstellung, Epstein hätte als verurteilter Straftäter die notwendige Zeit und Expertise für die Bitcoin-Entwicklung gehabt, ist höchst unwahrscheinlich.
Was Steckt Hinter Den Gerüchten?
Die Frage nach Satoshis Identität lockt seit Jahren die wildesten Theorien an: Von Tech-Milliardären bis hin zu Geheimdiensten – alles wurde schon diskutiert. Mit den neuen „Epstein Files“ kam nun Epstein ins Visier: Screenshots, angebliche E-Mails und aus dem Zusammenhang gerissene Aussagen werden als "Beweise" herumgereicht. Dahinter steckt oft ein Bedürfnis, eine spektakuläre Erklärung für Satoshis Anonymität zu liefern.
Epsteins Kontakte Ins Bitcoin-Umfeld
Epstein unterhielt tatsächlich Beziehungen zu Tech- und Finanzkreisen, etwa als Geldgeber für das MIT Media Lab. Dort war er jedoch eher Mitfinanzierer als Sparringspartner der frühen Bitcoin-Entwickler. Die Digital Currency Initiative, unter deren Dach einige berühmte Core-Entwickler wirkten, wurde jahrelang später gegründet. Bekannte Entwickler erhielten zwar Gehälter vom MIT, hatten aber keine direkte Beziehung zu Epstein oder Kenntnis über die genaue Herkunft der Fördergelder.
Ebenso investierte Epstein in den 2010er-Jahren über verschachtelte Firmenstrukturen in einige Krypto-Unternehmen wie Coinbase oder indirekt in das Umfeld von Blockstream – allerdings alles Jahre nach Bitcons Entstehung. Es gibt also wenige, lose Berührungspunkte, jedoch keinerlei Hinweise auf eine Erfinderschaft.
Unplausible Ablauf und Fehlender Technischer Bezug
Entscheidend ist dabei die Zeitachse: 2008, als Bitcoin konzipiert und entwickelt wurde, befand sich Epstein unter gerichtlicher Überwachung und teils in Haft. Das konzentrierte, technische Arbeiten und der offene Austausch mit der Community, wie er in dieser Phase für Satoshi typisch war, passen einfach nicht zu Epsteins Situation und bekannten Fähigkeiten.
Auch der kommunikative Stil Satoshis, geprägt von technischer Klarheit, Neutralität und Open-Source-Denken, unterscheidet sich massiv vom manipulativen Auftreten Epsteins als Netzwerker und Finanzier.
Fazit: Näherung Ist Kein Beweis
Dass Epstein über Jahre Kontakte zur Tech-Szene pflegte und Interesse an neuen Technologien zeigte, hat nichts mit der Erfindung oder Kontrolle von Bitcoin zu tun. Die These, Epstein sei Satoshi, ist kaum mehr als eine weitere, haltlose Verschwörungsgeschichte – ein Beispiel für die Faszination der Öffentlichkeit am ungelösten Rätsel um Satoshi Nakamoto. Belastbare Belege fehlen vollständig und die Details der Entwicklungsgeschichte sprechen klar dagegen.
Quellen
- Hat Jeffrey Epstein Bitcoin erfunden?, Blocktrainer.