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Inhaltsangabe

chart analyse lernen – Chartanalyse für Anfänger

Wenn man lernt, einen Chart zu analysieren, lernt man im Grunde, die Psychologie des Marktes zu lesen. Es geht darum, die Spuren zu erkennen, die Käufer und Verkäufer im Preis hinterlassen. Wir nutzen also die Kursbewegungen der Vergangenheit, um fundierte Annahmen über die Zukunft zu treffen – nicht als exakte Wissenschaft, sondern als Kunst des Wahrscheinlichen.

Die Grundlagen der Chartanalyse verstehen

Stellen Sie sich einen Chart nicht als ein abstraktes Liniendiagramm vor, sondern als eine Landkarte der Emotionen – Gier und Angst, Kaufdruck und Verkaufsdruck. Bevor wir uns in komplexe Indikatoren und Strategien stürzen, müssen wir erst einmal diese Karte lesen lernen.

Ein Kerzenchart für Bitcoin auf einem Computerbildschirm, der die Grundlagen der Chartanalyse zeigt

Anstatt Sie mit trockener Theorie zu überhäufen, konzentrieren wir uns auf die drei Säulen, auf denen jede gute Analyse steht. Diese Grundlagen sind Ihr Kompass, um sich im Chart-Dschungel zurechtzufinden.

Die drei Säulen der Chartanalyse

Diese Tabelle fasst die wichtigsten Grundkonzepte zusammen, die Sie für den Einstieg in die Chartanalyse benötigen.

Konzept Was es Ihnen verrät Warum es entscheidend ist
Kerzencharts (Candlesticks) Jede Kerze zeigt den Kampf zwischen Käufern und Verkäufern in einem Zeitfenster (z. B. eine Stunde oder ein Tag). Sie visualisieren auf einen Blick, wer die Kontrolle hat – Bullen oder Bären.
Trends Die übergeordnete Richtung des Marktes. Bewegt sich der Kurs langfristig aufwärts, abwärts oder seitwärts? "The trend is your friend." Gegen den Trend zu handeln, ist wie gegen die Strömung zu schwimmen – anstrengend und oft erfolglos.
Handelsvolumen Zeigt, wie viel Kraft oder Überzeugung hinter einer Preisbewegung steckt. Ein Ausbruch nach oben bei hohem Volumen ist glaubwürdig. Eine Bewegung bei niedrigem Volumen kann eine Falle sein.

Diese drei Elemente – Kerzen, Trends und Volumen – sind das ABC der Chartanalyse. Meistern Sie diese, und Sie haben bereits einen entscheidenden Vorteil.

Die Sprache eines Charts entschlüsseln

Lassen Sie uns das Ganze etwas greifbarer machen.

Jeder Chart erzählt eine Geschichte. Kerzencharts sind dabei die einzelnen Worte. Eine lange grüne Kerze signalisiert starken Kaufdruck. Eine kleine rote Kerze mit langen Dochten oben und unten zeigt Unsicherheit. Es geht nicht darum, Dutzende von Kerzenformationen auswendig zu lernen, sondern darum, zu verstehen, was die Form einer Kerze über die Marktstimmung aussagt.

Der Trend ist der rote Faden, der sich durch die Geschichte zieht. Ein Aufwärtstrend ist eine Serie von höheren Hochs und höheren Tiefs. Ein Abwärtstrend das genaue Gegenteil. Die allererste Aufgabe bei der Analyse eines Charts ist immer die Identifizierung des übergeordneten Trends. Alles andere ist zweitrangig.

Und das Handelsvolumen? Das ist die Lautstärke, mit der die Geschichte erzählt wird. Eine wichtige Bewegung, die von hohem Volumen begleitet wird, ist wie ein lauter Ausruf – der Markt meint es ernst.

Der Schlüssel liegt darin, diese Elemente nicht isoliert zu betrachten. Ein starker Aufwärtstrend, untermauert durch hohes Handelsvolumen, ist ein viel stärkeres Signal als ein Trend, dem die Kraft fehlt.

Kontext ist alles

Technische Signale entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie werden immer von fundamentalen Gegebenheiten beeinflusst. Ein gutes Beispiel ist die deutsche Wirtschaft: Daten wie das Bruttoinlandsprodukt, das 2024 etwa 4.305 Milliarden Euro betrug, und Wachstumsprognosen von 1,5 % für 2026 schaffen einen makroökonomischen Rahmen. Diese fundamentalen Daten geben uns den Kontext, in dem sich die Preisbewegungen abspielen. Weitere Einblicke dazu bietet zum Beispiel die ifo Konjunkturprognose Sommer 2025.

Dieses Fundament gibt Ihnen das nötige Vertrauen, um später komplexe Muster richtig zu interpretieren. Ziel ist es, ein intuitives Gefühl für die Dynamik von Preisbewegungen zu entwickeln. Um aktuelle Beispiele direkt in Aktion zu sehen, werfen Sie einen Blick auf unsere tagesaktuellen Bitcoin Chartanalysen.

Die wichtigsten Indikatoren richtig anwenden

Okay, Sie haben die Grundlagen eines Charts verstanden. Jetzt ist es an der Zeit, Ihr Arsenal zu erweitern. Dafür nehmen wir uns die Indikatoren vor. Stellen Sie sich diese aber bitte nicht als magische Kristallkugeln vor, die die Zukunft voraussagen. Sehen Sie sie eher wie die Instrumente im Cockpit eines Piloten – sie liefern Ihnen zusätzliche, wichtige Daten, um bessere Entscheidungen zu treffen.

Anstatt sich in Dutzenden von Indikatoren zu verlieren, konzentrieren wir uns auf die drei, die sich in der Praxis wirklich bewährt haben.

Ein Chart mit verschiedenen technischen Indikatoren wie gleitenden Durchschnitten und dem RSI

Diese Werkzeuge sind bei Profis so beliebt, weil sie einfach und gleichzeitig unheimlich effektiv sind. Ihr Ziel ist es, die Signale, die sie Ihnen geben, im Kontext des gesamten Marktes zu interpretieren – und nicht blind darauf zu vertrauen.

Gleitende Durchschnitte als dynamischer Kompass

Der Preis von Bitcoin kann ziemlich volatil sein, fast wie ein aufgeregter Hund an der Leine. Gleitende Durchschnitte (Moving Averages, MAs) glätten diese zackigen Kursbewegungen und zeigen Ihnen die eigentliche, ruhige Richtung des Spaziergangs an – den übergeordneten Trend.

In der Praxis haben sich vor allem zwei MAs durchgesetzt:

  • Der 50-Tage-MA: Er gibt Ihnen ein gutes Gefühl für den mittelfristigen Trend. Liegt der Bitcoin-Kurs stabil darüber, ist das meist ein gutes, bullisches Zeichen.
  • Der 200-Tage-MA: Dieser hier ist eine ganz große Nummer. Er gilt als Lackmustest für den langfristigen Trend und wird von vielen institutionellen Investoren als die entscheidende Linie im Sand betrachtet.

Wenn der schnellere 50-Tage-MA den langsameren 200-Tage-MA von unten nach oben durchbricht, sprechen Trader von einem „Golden Cross“. Das wird oft als starkes Signal für einen beginnenden Aufwärtstrend gewertet. Umgekehrt signalisiert ein „Death Cross“ (Todeskreuz) häufig den Beginn eines Bärenmarktes.

Das Momentum mit dem RSI messen

Der Relative Strength Index (RSI) ist Ihr Tacho für den Markt. Er misst auf einer Skala von 0 bis 100 die Geschwindigkeit und die Wucht der jüngsten Kursveränderungen. Seine Hauptaufgabe? Ihnen zu zeigen, wann der Markt überhitzt oder unterkühlt ist.

  • Ein Wert über 70 deutet an, dass Bitcoin möglicherweise überkauft ist. Der Markt könnte eine Pause oder eine Korrektur vertragen.
  • Ein Wert unter 30 signalisiert, dass der Coin überverkauft sein könnte. Das kann auf eine potenzielle Kaufgelegenheit hindeuten.

Aber Vorsicht: Der RSI ist kein alleiniger Ratgeber. Ein RSI von 85 in einem starken Bullenmarkt bedeutet nicht, dass Sie sofort verkaufen müssen. Er zeigt nur an, dass das Momentum extrem stark ist. Richtig spannend wird es bei sogenannten Divergenzen – wenn zum Beispiel der Preis neue Höchststände erreicht, der RSI aber nicht mehr mitzieht. Das ist oft ein Frühwarnzeichen.

Indikatoren liefern Wahrscheinlichkeiten, keine Gewissheiten. Kombinieren Sie immer mehrere Signale und betrachten Sie den Gesamtkontext des Marktes, um Fehlsignale zu minimieren.

Trendwechsel mit dem MACD frühzeitig erkennen

Der Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Indikator ist ein fantastisches Werkzeug, um eine nachlassende Trendstärke oder eine bevorstehende Trendumkehr aufzuspüren. Er besteht aus zwei Linien (der MACD-Linie und der Signallinie) sowie einem Histogramm.

Die Anwendung ist recht intuitiv: Kreuzt die schnellere MACD-Linie die langsamere Signallinie von unten, ist das ein potenzielles Kaufsignal. Kreuzt sie von oben nach unten, ist es ein Verkaufssignal.

Ein Blick auf das Histogramm lohnt sich immer. Die Höhe der Balken zeigt Ihnen die Stärke des aktuellen Momentums. Werden die Balken immer kleiner, verliert der Trend an Kraft – selbst wenn der Preis noch steigt oder fällt.

Solche Indikatoren spiegeln letztlich die Psychologie der Masse wider. Um ein noch tieferes Gefühl dafür zu bekommen, können Sie auch einen Blick darauf werfen, wie man den Bitcoin Fear and Greed Index zu verstehen hat. Er quantifiziert genau die Emotionen, die oft zu den überkauften oder überverkauften Zuständen führen, die Ihnen RSI und Co. anzeigen.

Klassische Chartmuster in der Praxis erkennen

Nachdem Sie sich mit den Indikatoren Ihr technisches Cockpit eingerichtet haben, kommen wir jetzt zur Königsdisziplin der Chartanalyse: den Chartmustern. Stellen Sie sich diese Formationen wie den sichtbaren Ausdruck der Marktpsychologie vor. Sie verraten Ihnen auf einen Blick, wo der Kampf zwischen Bullen und Bären tobt – und wer am Ende die Oberhand behalten könnte.

Das sind keine zufälligen Zickzacklinien. Chartmuster sind wiederkehrende Abdrücke des kollektiven Verhaltens von Millionen von Tradern. Wenn Sie lernen, diese Muster zu lesen, sind Sie dem Markt oft einen entscheidenden Schritt voraus. Es geht darum, die Geschichte, die der Chart erzählt, zu verstehen, bevor das letzte Kapitel geschrieben ist.

Setzt sich der Trend fort oder dreht er sich um?

Ganz grob lassen sich Chartmuster in zwei grundlegende Kategorien einteilen. Diesen Unterschied zu kennen, ist absolut entscheidend, um die richtigen Schlüsse für Ihr Trading zu ziehen.

  • Trendfortsetzungsformationen: Diese Muster tauchen meist nach einer starken Kursbewegung auf. Die bekanntesten Vertreter sind die Flagge oder der Wimpel. Sie signalisieren eine kurze Verschnaufpause, in der der Markt kurz durchatmet, bevor der ursprüngliche Trend mit neuer Kraft weiterläuft. Man könnte es mit einem kurzen Boxenstopp bei einem Autorennen vergleichen.
  • Umkehrformationen: Muster wie die berüchtigte Schulter-Kopf-Schulter-Formation (SKS) oder der Doppelboden deuten hingegen oft das Ende eines Trends an. Hier verliert die dominante Marktseite – also Bullen oder Bären – langsam die Puste und die Gegenseite übernimmt das Ruder.

Die wahre Kunst besteht nicht nur darin, die Form zu erkennen. Viel wichtiger ist der Kontext. Ein klares Umkehrmuster nach einem monatelangen, überhitzten Aufwärtstrend hat eine ganz andere Gewichtung als eine vage Formation mitten in einer richtungslosen Seitwärtsphase.

Die SKS-Formation als praktisches Beispiel

Die Schulter-Kopf-Schulter-Formation (kurz SKS) gehört zu den zuverlässigsten Umkehrmustern. Sie kündigt oft das Ende eines Aufwärtstrends an und sieht so aus:

  1. Linke Schulter: Der Kurs markiert ein Hoch und korrigiert anschließend leicht nach unten.
  2. Kopf: Danach steigt der Kurs über das vorherige Hoch hinaus, bildet also ein höheres Hoch, nur um dann wieder deutlich abzufallen.
  3. Rechte Schulter: Ein letzter Anstiegsversuch scheitert unterhalb des Kopfes, woraufhin der Kurs erneut fällt.

Die Tiefpunkte zwischen diesen drei Gipfeln können Sie mit einer Linie verbinden – der sogenannten Nackenlinie. Der entscheidende Moment kommt, wenn der Kurs unter diese Nackenlinie bricht. Das ist die Bestätigung. Ab diesem Punkt ist ein Abwärtstrend wahrscheinlich. Ein Profi-Tipp: Achten Sie auf das Volumen. Oft ist das Handelsvolumen beim „Kopf“ schon geringer als bei der „linken Schulter“. Ein klares Zeichen für nachlassendes Kaufinteresse.

Ein Chartmuster ohne Bestätigung ist nicht mehr als eine nette Zeichnung im Chart. Warten Sie immer den Ausbruch ab – zum Beispiel den Bruch der Nackenlinie – und achten Sie darauf, ob das Handelsvolumen diesen Ausbruch unterstützt. Geduld ist hier Ihr bester Freund, um teure Fehlausbrüche, sogenannte „Fakeouts“, zu vermeiden.

Wie wichtig die Chartanalyse für Anlegerentscheidungen ist, zeigt sich immer wieder am deutschen Leitindex DAX. Allein im Jahr 2024 wurde der Index über 40 Mal technisch als „Allzeithoch“ eingestuft. Für Charttechniker war das ein klares Signal für einen starken, intakten Aufwärtstrend. Solche wiederholten Höchststände zeigen, wie sehr sich auch große Marktteilnehmer an Chartmustern orientieren. Mehr dazu, wie Chartexperten die Lage einschätzen, finden Sie in den aktuellen DAX-Prognosen auf handelsblatt.com.

Ihren persönlichen Analyseprozess aufbauen

https://www.youtube.com/embed/fGrjTJQj9cg

Einzelne Indikatoren und Muster zu kennen, ist die eine Sache. Doch ohne einen klaren, wiederholbaren Plan verpufft dieses Wissen schnell im täglichen Marktchaos. Ein strukturierter Analyse-Workflow ist Ihr bestes Schutzschild gegen emotionale Kurzschlussreaktionen – er zwingt Sie, diszipliniert und objektiv zu bleiben.

Viele erfahrene Trader schwören auf den Top-Down-Ansatz. Das hat einen einfachen Grund: Er ist logisch, leicht umzusetzen und bewahrt Sie davor, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen. Ihre Analyse bekommt so eine klare Richtung.

Vom Großen ins Kleine zoomen

Das Prinzip hinter dem Top-Down-Ansatz ist denkbar einfach: Sie starten mit dem großen Gesamtbild und arbeiten sich dann Schritt für Schritt zu den feineren Details vor. Damit stellen Sie sicher, dass Ihre kurzfristigen Handelsentscheidungen nicht gegen den übergeordneten Markttrend laufen.

So könnte das in der Praxis aussehen:

  • Der Tages-Chart (Daily): Hier beginnt alles. Was ist der Haupttrend? Sehen Sie einen klaren Aufwärts- oder Abwärtstrend, oder bewegt sich der Markt einfach nur seitwärts? Suchen Sie die wirklich wichtigen Unterstützungs- und Widerstandszonen, die auf diesem Zeitrahmen eine Rolle spielen.
  • Der 4-Stunden-Chart (H4): Sobald Sie den großen Kontext verstanden haben, zoomen Sie eine Ebene tiefer. Auf dem H4-Chart suchen Sie nach konkreten Einstiegssignalen. Bildet sich gerade ein vielversprechendes Chartmuster? Bestätigt ein Indikator wie der RSI Ihre These aus dem Tages-Chart?

Diese Vorgehensweise verhindert, dass Sie von kleinen, unbedeutenden Kurszuckungen auf niedrigeren Zeitrahmen in die Irre geführt werden. Sie handeln quasi immer mit dem Rückenwind des großen Trends.

Ein strukturierter Prozess ist der Unterschied zwischen planvollem Handeln und reinem Glücksspiel. Er macht Ihren Erfolg messbar und wiederholbar, weil Sie aus Fehlern lernen und Ihre Stärken gezielt ausbauen können.

Die folgende Infografik bringt den Kernprozess auf den Punkt – von der ersten Sichtung eines Musters bis zur finalen Aktion.

Infografik, die den Prozess des Erkennens von Chartmustern darstellt, mit den Schritten Formation, Bestätigung und Aktion.

Man erkennt sofort: Das bloße Entdecken einer Formation ist nur der Anfang. Erst die sorgfältige Bestätigung durch weitere Signale führt zu einer wirklich fundierten Handelsentscheidung.

Top-Down oder Bottom-Up: Welcher Stil passt zu Ihnen?

Obwohl der Top-Down-Ansatz für Einsteiger oft intuitiver ist, gibt es auch den umgekehrten Weg, den Bottom-Up-Ansatz. Hier startet man auf einem kleinen Zeitrahmen, um kurzfristige Chancen zu finden, und prüft dann, ob diese zum größeren Bild passen.

Die folgende Tabelle hilft Ihnen herauszufinden, welcher Workflow am besten zu Ihrem persönlichen Stil passt, indem wir den Top-Down- und den Bottom-Up-Ansatz vergleichen.

Vergleich von Analyse-Ansätzen

Merkmal Top-Down-Ansatz Bottom-Up-Ansatz
Startpunkt Große Zeitrahmen (z. B. Tages- oder Wochenchart) Kleine Zeitrahmen (z. B. 15-Minuten- oder 1-Stunden-Chart)
Fokus Gesamttrend, strategische Positionierung Kurzfristige Signale, taktische Einstiege
Ideal für Swing- und Positionstrader, Einsteiger Daytrader, Scalper, erfahrene Trader
Vorteil Filtert Marktrauschen, erhöht die Trefferquote Findet mehr potenzielle Handelschancen
Nachteil Weniger Handelssignale, erfordert Geduld Höheres Risiko, von Fehlsignalen getäuscht zu werden

Letztendlich gibt es hier kein Richtig oder Falsch. Probieren Sie beide Methoden aus und entscheiden Sie, welche sich für Sie natürlicher anfühlt und bessere Ergebnisse liefert.

Ihre persönliche Analyse-Checkliste

Um diesen Prozess zu verinnerlichen und zur Routine zu machen, ist eine simple Checkliste Gold wert. Arbeiten Sie diese Punkte konsequent vor jedem einzelnen Trade ab:

  1. Übergeordneter Trend: Was sagt der Tages-Chart? (Aufwärts, Abwärts, Seitwärts)
  2. Schlüsselzonen: Wo liegen die nächsten signifikanten Unterstützungs- und Widerstandslevel?
  3. Setup/Muster: Finde ich auf dem 4-Stunden-Chart ein klares Chartmuster oder ein starkes Indikatorsignal?
  4. Bestätigung: Stützt das Handelsvolumen den potenziellen Ausbruch? Gibt es vielleicht eine Divergenz, die das Signal verstärkt?
  5. Risiko-Management: Wo genau platziere ich meinen Stop-Loss? Wie groß wähle ich meine Position?

Die Professionalisierung der Marktanalyse ist in Deutschland übrigens deutlich spürbar. Prognosen deuten darauf hin, dass die Marktkapitalisierung am deutschen Aktienmarkt 2025 auf rund 2,01 Billionen Euro ansteigen wird. Dieses immense Volumen unterstreicht, wie wichtig strukturierte Analysetechniken sind, um in solch gewaltigen Märkten Trends und wichtige Preisniveaus zu identifizieren. Mehr zu diesen Daten über den deutschen Aktienmarkt erfahren Sie auf de.statista.com.

Risikomanagement als Schlüssel zum Erfolg

Ganz ehrlich: Die beste Chartanalyse bringt dir rein gar nichts, wenn ein einziger schlechter Trade dein gesamtes Konto plattmacht. Erfolgreiches Trading hat weniger damit zu tun, immer richtigzuliegen, sondern viel mehr damit, seine Verluste eiskalt im Griff zu haben. Ein solides Risikomanagement ist also kein nettes Zubehör – es ist das absolute Fundament.

Eine Waage mit Dollarzeichen und einem Schutzschild, die das Gleichgewicht zwischen Risiko und Ertrag darstellt

Noch bevor du überhaupt auf den Kaufen-Button klickst, musst du zwei Fragen für dich beantworten können: Wo ist meine Schmerzgrenze, wenn der Trade gegen mich läuft? Und wie viel bin ich bereit, bei diesem einen Trade maximal zu verlieren? Diese beiden Punkte sind deine Versicherung. Sie schützen dein Kapital und sorgen dafür, dass du auch morgen noch im Spiel bist.

Verluste begrenzen mit dem Stop-Loss

Stell dir den Stop-Loss als deine persönliche Notbremse vor. Es ist eine Order, die deine Position automatisch verkauft, sobald ein von dir festgelegter Kurs erreicht wird. Damit legst du von vornherein fest, wie hoch dein maximaler Verlust sein darf. Ohne Wenn und Aber: Jeder einzelne Trade braucht einen Stop-Loss.

Ein Stop-Loss wird aber nicht willkürlich gesetzt. Platziere ihn an einem logischen, technisch begründeten Punkt. Das könnte zum Beispiel knapp unter einer wichtigen Unterstützungszone oder direkt über einem Widerstandslevel sein. Fällt der Kurs unter diese Marke, ist deine ursprüngliche Handelsidee sowieso hinfällig – und es ist besser, mit einem kleinen Verlust rauszugehen.

Die richtige Positionsgröße bestimmen

Hier kommt die vielleicht wichtigste Regel im ganzen Spiel: Riskier niemals mehr als 1–2 % deines gesamten Handelskapitals pro Trade. Diese simple Faustregel ist dein Schutzschild gegen den Totalverlust, selbst wenn du mal eine Pechsträhne erwischst.

Die Berechnung ist ganz einfach:

  1. Risiko in Euro festlegen: Wie viel sind 1 % von deinem Kapital? Bei 10.000 € wären das zum Beispiel 100 €.
  2. Abstand zum Stop-Loss messen: Wie weit ist dein Stop-Loss vom Einstiegspreis entfernt? Sagen wir mal 50 €.
  3. Positionsgröße berechnen: Teile dein maximales Risiko durch den Abstand zum Stop: 100 € / 50 € = 2.

In diesem Fall dürftest du genau 2 Einheiten des Assets kaufen. So stellst du sicher, dass dein Verlust, falls der Stop ausgelöst wird, exakt bei deinen geplanten 100 € liegt.

Ein Plan ohne Risikomanagement ist nur ein Wunsch. Erfolgreiche Trader sind in erster Linie exzellente Risikomanager. Sie wissen, dass Kapitalerhalt immer wichtiger ist als die Jagd nach dem schnellen Gewinn.

Chancen und Risiken clever abwägen

Das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) ist dein strategischer Kompass. Es stellt die simple Frage: Wie viel kann ich gewinnen im Verhältnis zu dem, was ich riskiere? Eine goldene Regel ist, nur Trades einzugehen, bei denen der potenzielle Gewinn mindestens doppelt so hoch ist wie der mögliche Verlust – also ein CRV von 2:1 oder besser.

Ein Beispiel: Dein Stop-Loss ist 50 € vom Einstieg entfernt (dein Risiko). Dein Kursziel, also dein potenzieller Gewinn, liegt aber 150 € entfernt. Das ergibt ein CRV von 3:1. Was bedeutet das? Du könntest zwei von drei Trades verlieren und würdest am Ende trotzdem mit einem Plus dastehen. Dieser mathematische Vorteil ist es, der dich langfristig profitabel macht, besonders in turbulenten Marktphasen, wie wir sie in unserer Analyse zur Bitcoin-Preis-Achterbahnfahrt zwischen Rekordhochs und Unsicherheit beleuchtet haben.

Häufige Fragen zum Start mit der Chartanalyse

Zum Abschluss dieses Leitfadens will ich noch auf die Fragen eingehen, die mir Einsteiger wirklich immer wieder stellen. Diese Antworten aus der Praxis sollen dir helfen, typische Stolpersteine zu vermeiden und mit mehr Sicherheit deine ersten Schritte zu machen, wenn du Chartanalyse lernen willst.

Wie lange dauert es wirklich, Chartanalyse zu lernen?

Ganz ehrlich? Die Basics, also wie man einen Kerzenchart liest und simple Trends erkennt, hast du in ein paar Wochen drauf. Aber echtes Können und dieses intuitive Gefühl für den Markt – das entwickelt sich erst, wenn du monatelang konsequent am echten Chart übst.

Sieh es nicht als Sprint, sondern als das Erlernen eines Handwerks. Am Anfang geht es nicht um Perfektion. Dein Ziel sollte sein, stetig besser darin zu werden, profitable Muster zu erkennen und dann auch diszipliniert darauf zu reagieren.

Funktioniert Chartanalyse für Aktien und Krypto gleichermaßen?

Ja, absolut. Die Prinzipien der Chartanalyse bauen auf menschlicher Psychologie auf – auf Gier und Angst. Und genau diese Emotionen spiegeln sich in jedem liquiden Markt wider und treiben die Kurse an. Das ist bei Aktien, Rohstoffen, Währungen und eben auch bei Kryptowährungen wie Bitcoin nicht anders.

Die Muster sind universell, auch wenn die Geschwindigkeit und die Schwankungen (Volatilität) der Märkte sich natürlich stark unterscheiden. Eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation bedeutet bei einer Aktie dasselbe wie bei Bitcoin.

Chartanalyse ist die visuelle Darstellung von Angebot und Nachfrage. Dieses ökonomische Grundprinzip gilt überall dort, wo Menschen handeln. Die Sprache der Charts ist daher universell.

Welche Software ist für den Anfang am besten geeignet?

Mein klarer Tipp für jeden Einsteiger: Startet mit TradingView. Die Plattform ist super intuitiv und bietet schon in der kostenlosen Version professionelle Charts und alle Werkzeuge, die du am Anfang brauchst.

Wichtiger als die Software selbst ist aber, dass du dich auf eine Plattform konzentrierst und diese wirklich in- und auswendig lernst. Ständiges Hin- und Herwechseln zwischen verschiedenen Tools bringt dich nicht weiter. Konstanz ist hier der Schlüssel zum Erfolg.

Wie viel Geld brauche ich, um anzufangen?

Keinen einzigen Cent. Bevor du auch nur einen Euro deines hart verdienten Geldes riskierst, solltest du deine Strategie ausgiebig im „Paper Trading“ testen. Das ist nichts anderes als der Handel mit virtuellem Spielgeld unter echten Marktbedingungen.

Fast alle Plattformen, auch TradingView, bieten so eine Funktion an. Damit sammelst du ohne finanzielles Risiko unglaublich wertvolle Erfahrungen, lernst aus deinen Fehlern und baust das Selbstvertrauen auf, das du später für den Handel mit echtem Kapital brauchst. Fang erst dann mit echtem Geld an, wenn deine Ergebnisse im Paper Trading über einen längeren Zeitraum konstant positiv sind.


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